Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für mich ein wichtiger Punkt. Jedes Produkt hinterlässt einen gewissen Fußabdruck und Ziel sollte es sein, dass dieser so klein wie möglich bleibt. Durch mein Verhalten werde ich garantiert nicht die Welt retten, aber wenn ich die Möglichkeit habe ein Produkt, ohne nennenswerte Mehrkosten, nachhaltiger zu produzieren, warum denn nicht?

1. Lebenserwartung des Produkts

Jedes Produkt verschlingt bei seiner Herstellung Energie und Ressourcen. Um zu entscheiden, ob ein Produkt nun nachhaltig ist oder nicht muss man die für die Herstellung notwendigen Energie und die Ressourcen auf die gesamte Lebenszeit des Produkts rechnen.
Während meiner Dienstzeit habe ich unzählige Male militärische Symbole zusammengebastelt und diese nur ein paar mal verwendet. Nach ein paar mal waren sie kaputt und das Spiel begann von neuem. Die militärischen Symbole, die ich jetzt herstelle und in meinem Shop anbiete halten nicht nur ein paar mal, sondern dürften eine Dienstzeit ohne Schwierigkeiten überstehen.

2. Fertigungsmethode

Alle Symbole werden mittels 3D-Druck gefertigt. Diese Fertigungsmethode bietet viele Möglichkeiten und Vorteile:

  • Dezentrale Fertigung
    Durch den 3D-Druck bin ich nicht auf komplexe logistische Prozesse angewiesen. Teil A komm nicht aus China und Teil B kommt nicht aus Taiwan. Der 3D-Druck benötigt weit verbreitete Rohstoffe, welche überall auf der Welt produziert werden. Dadurch werden Transportwege reduziert, wodurch weniger Transportfahrzeuge Energie verbrauchen müssen.
  • Additive Fertigung
    Hinter diesem recht unbekanntem Begriff verbirgt sich die Funktionsweise eines 3D-Druckers. Die Maschine fügt dort Material hinzu, wo am fertigen Produkt Material sein soll. Im Gegensatz zu einer Fräse oder einer Drehbank werden also nur so viel Rohstoffe benötigt, wie im Ende auch im fertigen Produkt sind. Berge von Plastikspänen entfallen.
  • Vielseitigkeit
    Dem 3D-Drucker ist es egal, was er druckt. Er befolgt ausschließlich die Befehle, die er vom Computer bekommt. Dadurch kann er, ohne dass ein Werkzeug oder eine Form gewechselt werden muss, jedes Produkt herstellen, dass ihm vorgegeben wird. Aufwändiger Formenbau oder Werkzeugherstellungen entfallen.

Natürlich hat der 3D-Druck auch Nachteile. 3D-Drucker können unglaublich vielseitig eingesetzt werden, sind aber vergleichsweise langsam. Solange es sich um kleine Stückzahlen handelt ist der 3D-Druck jedoch eine interessante Fertigungsmethode.

3. Rohstoff

Wenn mir Nachhaltigkeit so wichtig ist, warum nutze ich dann Plastik? Nunja, zur Beantwortung der Frage muss man ein wenig ausholen. Plastik ist nicht gleich Plastik.

Zur Fertigung meiner Symbole nutze ich ein Material, dass sich PLA nennt. PLA ist ein, für 3D-Drucker, sehr verbreitetes Material und steht für Polylactic Acid, oder auch Polymilchsäure genannt. PLA wird aus nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Mais gewonnen und gehört als synthetisches Polymer zu den Polyestern. Obwohl es nicht aus Erdöl hergestellt wird, ähnelt es den erdölbasierten Polymeren in seinen Eigenschaften jedoch sehr stark. Um 1kg PLA herzustellen benötigt man ca. 2,65kg Mais.

PLA ist unter industriellen Kompostierbedingungen biologisch abbaubar. Unter diesen Bedingungen (hohe Temperaturen von 55°C bis 70°C) ist PLA innerhalb von ein paar Tagen bis zu wenigen Monaten biologisch abbaubar. In der freien Natur dauert ist mindestens 80 Jahre, bis PLA abgebaut wurde. Was sich erst einmal nach einem Nachteil anhört entpuppt sich jedoch als Vorteil. Richtig entsorgt ist PLA schnell abgebaut, hält unter normalen Bedingungen jedoch den Umweltbedingungen stand. Wer will schon ein Material, dass sich im Alltag innerhalb von wenigen Monaten von selbst auflöst?

Leider besteht in Deutschland zur Zeit noch nicht die notwendige Infrastruktur um PLA richtig zu kompostieren. Geradeeinmal 20% aller Kompostieranlagen in Deutschland können das Material korrekt verarbeiten. Dies Zahl sollte weiter ausgebaut werden. PLA landet dementsprechend regelmäßig in der Verbrennung. Da PLA aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurde, ist das freigesetzte Kohlenstoffdioxid vorher bereits in Pflanzen gebunden gewesen und wird nach seiner Freisetzung wieder durch Pflanzen gebunden.

Im Gegensatz dazu war das Kohlenstoffdioxid aus erdölbasierten Produkten vorher in der Erde, in Erdölreservoirs gebunden, entstammt dadurch also keinem Kreislauf und erhöht durch seine Freisetzung dadurch den Gesamtbestand von diesem Gas.

4. Verpackung

Alle Artikel müssen auf irgend eine Art und Weite verpackt werden. Zum einen Bedarf es eine Umverpackung für den Versand, aber auch die Artikel müssen einzeln verpackt werden, damit sie auf dem Versandweg nicht beschädigt werden.

Heut zu Tage wird nahezu alles in Kunststoff verpackt. Kunststoffe haben viele gute Eigenschaften, jedoch sind Verpackungen meistens kurzlebige Produkte, welche regelmäßig keine langen Haltbarkeiten benötigen. Da ich selber nicht mit Lebensmitteln arbeite, und aus diesem Grund keine komplexen Hygienevorschriften zu beachten habe, verpacke ich alles in Papier und Pappe. Die Verpackungsmittel werden aus recyceltem Papier hergestellt und können leicht entsorgt und recycelt werden. Selbst das Klebeband ist auf Papierbasis.

Die Kartons der der Maxibriefe gehen sogar noch einen Schritt weiter und bestehen aus 65% Altpapier und 35% Gras. Das Gras wird als Füllstoff verwendet und reduziert den Altpapieranteil. Dadurch kann Energie, die für die Aufbereitung des Altpapiers genutzt wird gespart werden.

Die Großbriefe bestehen aktuell noch aus herkömmlichen Luftpolsterumschlägen. Diese laufen aus und werden, sobald alle verbraucht sind duch ähnliche Produkte, rein aus Altpapier, ersetzt.

Manche Maxibriefe weisen Füllmaterial aus Kunststoff oder Stärke auf. Dies ist Füllmaterial, welches andere Händler genutzt haben um die Ausgangsprodukte zu mir zu schicken. Dies schmeiße ich nicht einfach weg, sondern nutze es ein zweites Mal, wodurch die bereits hergestellten Stoffe bestmöglich genutzt werden.

Zusammenfassung

Jedes Produkt, dass durch den Menschen produziert wird, belastet auf die ein oder andere Weise die Umwelt. Ziel eines jeden Produzenten sollte es sein, diese Belastung mit geeigneten Maßnahmen zu reduzieren und sie in ein gesundes Verhältnis zu setzen.

Meiner Meinung nach habe ich das geschafft. Solltest du einer anderen Meinung sein oder für mich noch hilfreiche Tipps haben schreib sie mir einfach in die Kommentare!

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